Ich fuehle mich genoetigt zunaechst am Ende des 05.03.2009 nochmals einzusteigen. Als ich dieses Blog an diesem Abend beendete, bin ich wie angekuendigt noch auf ein paar Drinks durch diverse Bars getingelt. Zwei erwaehnenswerte Ereignisse gibt es von diesem Tag noch zu berichten. An der Strandpromenade von einer Nutte angequatscht worden, welche ich souveraen mit den Worten: „I’m not interested. But you’re so beautiful you will find thousands of men who want to stay the night with you“ abgefertigt hab, worauf sie sichtlich geruehrt war, Traenen in den Augen hatte und mich voller Wohlwollen ziehen lies. Prince Charming strikes again. Hehe
Auf dem Nachhauseweg dann anderweitige verkehrstechnische – genauer gesagt: strassenverkehrstechnische -Unstimmigkeiten. Rege mich fuerchterlich ueber den exzessiven Einsatz der Hupe mir entgegenkommender Verkehrsteilnehmer auf, bis mir nach ungefaehr einem Kilometer blitzartig einfaellt: Linksverkehr. Nehme demuetig meinen Faux-pas zur Kenntnis und benutze bis zum Hotel ausschliesslich meine Strassenseite.
Den naechsten Tag nutze ich fast ausschliesslich zur Regeneration, gehe paar mal Schwimmen und lese verhaeltnismaessig viel in „Charles Dickens – David Copperfield“. Nachts kann ich nicht einschlafen. Da wir uns fuer den naechsten Morgen fuer viertel nach 5 Uhr den Wecker gestellt haben, um mit nem Boot rauszufahren und die Delphine zu beobachten, gebe ich’s irgendwann auf und setze mich mit meinem Buch auf die Terasse. Um halb 5 schleicht ein Schatten ums Haus, der zunaechst an mir vorbeizieht, um dann nach 10 Minuten direkt vor mir zu stehen, sich als Peter vorzustellen und nach Bier zu erkundigen. Es stellte sich heraus, dass Peter auch nicht schlafen konnte, und daher beschlossen hatte der – natuerlich um diese Zeit laengst geschlossenen – Hotelbar einen Besuch abzustatten. Wie er richtig vermutete, wird naemlich das Fass nachts nicht abgeklemmt und so koennte man sich durchaus selbst sein Bier zapfen. In Ermangelung eines Glases und dem Bewusstsein, dass ein Aufbrechen der Schraenke vielleicht doch etwas fiel des Guten waere, hatte er sich entschlossen bei mir sein Glueck zu versuchen. Und er wird fuendig. Ich teile bruederlich unseren letzten Sixpack Bintang Dosenbier mit ihm und wir sitzen zusammen, schauen den Sonnenaufgang und plaudern. Es stellt sich heraus, dass Peter Kirsten (so der vollstaendige Namen) freischaffender Journalist und Dokumentarfilmer ist, der seit Ewigkeiten durch die Welt zieht und sogar als frueherer DDR-Buerger bereits damals ohne Einschraenkungen als sogenannter beruehmter Kuenstler reisen durfte. Darueber hinaus schliesse ich aus dem Verhalten meines lieben Kuenstlerfreundes, dass dieser auch eine leidenschaftliche Beziehung zum Gerstensaft innehat. Anders ist es kaum zu erklaeren, dass Peter seine drei Dosen innerhalb 20 Minuten abzieht und sich dann nach Nachschlag erkundigt, was ich allerdings in Ermangelung desselbigen ablehnen muss. Ausserdem ist Martin zwischenzeitlich wach und es wird hoechste Zeit mit dem Auto Richtung Zentrum zu fahren, wo unserer Bootsfuehrer bereits wartet, um zu den Delphinen aufzubrechen, welche allmorgentlich vor der Kueste Lovinas vorbeiziehen, was natuerlich Unmengen von Touristen allmorgentlich ebenfalls mit dem Boot vor die Kueste zieht. Dennoch ist es ein herrlicher Anblick, wie neben einem waehrend des Sonnenaufgangs Delphine in die Hoehe springen. Koennte den Anblick wahrscheinlich noch besser geniessen, wenn ich vor der Fahrt meine Blase entleert haette (meine drei Bier machen sich bemerkbar). Dann umgehend zurueck ins Hotel und erstmal bis zum Abendessen ins Bett.
Abends dann erneut alleine los. Essen, Fussballgucken (bewundere die Bundeswade beim 2:0 Auswaertssieg des FC Chelsea bei Coventry), dann wieder in die Bar. Hier kann ich meinen Blick nicht von einer wunderschoenen Balinesin Mitte 30 lassen. Und nicht nur wegen des exzellenten Aussehens, sondern vielmehr wegen ihrer Faehigkeit innerhalb von kuerzester Zeit Unmengen von Alkohol zu vernichten. Wir geraten ins Gespraech und trinken den Rest des Abends ziemlich hart zusammen. Sie hat offenbar Stress mit ihrem Mann. Mehrmals am Abend ruft sie diesen an und haelt mir sobald dieser abnimmt sofort das Handy ans Ohr und fordert mich auf ihn auszulachen. Ich spiele mit. Gegen 1 Uhr ist ihr Mann dann offenbar so mit den Nerven fertig, dass er persoenlich vorstellig wird. Er entpuppt sich als taettowierter Australier, der mich irgendwie mit seinem boesen Bodybuilderblick und seiner Glatze ungemein an einen Hooligan aus dem Film „Football Factory“. erinnert. Er stoesst ein paar wuetende Wortfetzen Richtung seiner Frau – die ich zu diesem alkoholisierten Zeitpunkt schon ausschliesslich „Princessa“ nenne – und mir aus, auf dessen Schoss seine Frau mittlerweile Platz genommen hat. Die Barkeeper lassen ihn allerdings nicht an uns ran (merke: ein ordentliches Trinkgeld zu geben ist immer richtig). Aber mir faellt auch auf, dass es wohl nicht den ganzen Abend so ruhig weitergehen kann und beschliesse zu gehen. Als seine Frau mich zum Abschied nochmals herzlich an ihre Brust drueckt und mir die Nacht mit einem dicken Abschiedskuss versuesst, beschleunige ich meinen Abschied und sprinte foermlich bis zum Wagen. Aber ich werde nicht verfolgt. Very nice! Heimfahrt auf der richtigen Strassenseite (so langsam klappt’s)
Am heutigen Morgen dann Aufbruch. Mit Zwischenstopp am Lake Bratan (einem riesigen Vulkansee) und der Kenntisnahme eines Schildes, dass Frauen untersagt waehrend ihrer Periode den dortigen Tempel zu betreten, landen wir wieder in Legian Beach. Kurzerhand die Reiseplaene umgeschmissen und fuer morgen zwei Fluege nach Bangkok gebucht, von wo aus es dann Richtung Phucket weitergehen soll.
Ready to party…
Goodbye my Bali.
Hello my Thailand.
P.S: Irgendwie habe ich einen kompletten Tag in diesem Artikel unterschlagen. Was an diesem Tag passiert ist und wo er eingefuegt werden muesste, ist mir unbegreiflich. Er ist einfach weg.